OTZ Beitrag Absolventenjahrbuch

Hier der Auszug aus dem OTZ-Beitrag zum Absolventenjahrbuch

Alumni-Verein der Jenaer Wirtschaftswissenschaftler legt erstes Absolventen-Jahrbuch vor 

Von OTZ-Redakteur Oliver Will

Im Studium fehlt der interessante Praktikumsplatz, nach dem Examen die Arbeitsstelle mit guten Aufstiegschancen. Die Zeit drängt − aber wo anfangen mit der Suche? Solche Szenarien will der Verein Alumni Jenenses vermeiden helfen. Soeben erschien das erste Absolventenjahrbuch des Ehemaligennetzwerkes der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena. Darin stellen sich 90 Absolventen des vergangenen Winter- und des noch laufenden Sommersemesters vor, geben Auskunft über Berufsziele, Studienschwerpunkte und ihre Kenntnisse. „Arbeitgeber können so gezielt passende Kandidaten suchen“, sagt Franziska Oroszi vom Vorstand des Vereins.

Alumni-Netzwerke − lateinisch Alumnus: Zögling − sind in den USA und Großbritannien längst selbstverständlich. Frühere Absolventen halten Kontakt, unterstützen sich gegenseitig und auch ihre Bildungsstätte. Auch einige deutsche Hochschulen
verfügen inzwischen über Karriere-Center, die ihre Studenten beim Berufsstart unterstützen sollen. Absolventenjahrbücher sind vor allem an privaten Hochschulen üblich. „Unser Jahrbuch ist eines der ersten an einer öffentlichen Institution in den neuen Bundesländern und das erste an der Uni Jena“, sagt Oroszi. Der Verein hoffe, es werde ähnlich erfolgreich wie seine Vorbilder. „Wir wollen, dass die Bewerbungen der Jenaer Absolventen oben auf den großen Stapel gelegt werden, weil sie von dieser Uni kommen.“ Bereits jetzt gehören Alumni Jenenses etwa 370 Ehemalige in „gestandenen Positionen“ bei rund 200 Unternehmen weltweit an.

Prof. Dr. Kurt-Dieter Koschmieder, Prorektor der Uni Jena und Inhaber des Lehrstuhls für Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, sieht das Jahrbuch als „beeindruckendes Zeugnis der Leistungsfähigkeit unserer Absolventen“, Viele der Vorgestellten
können mit Praktika bei renommierten Firmen, Auslandsaufenthalten oder Fremdsprachenkenntnissen glänzen. „Das Buch zeigt, dass es sich lohnt, in Jena zu studieren“, so Koschmieder. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät könne sich in
punkto Qualität neben Schwergewichten des Fachs wie Mannheim oder Köln gut behaupten. Dass sie wirtschaftliches Denken gelernt haben und anwenden können, bewiesen die Mitglieder von Alumni Jenenses auch bei der Finanzierung ihres Jahrbuchs. „Die Gelder stammen zu 100 Prozent von privaten Unterstützern“, betont Alexander Zschäbitz, Vorstandsmitglied des Vereins und Geschäftsführer der asphericon GmbH Jena. Die Sponsoren, unter anderem die Merkur Bank, Carl Zeiss und Jobs in time, haben rund 12 000 Euro aufgebracht. Damit könne neben der aktuellen Ausgabe auch die für das Ende des Wintersemesters 2007/2008 geplante nächste abgesichert werden. Grundlage für diesen Erfolg seien vor allem die schon bestehenden Kontakte zu Ehemaligen gewesen. Zschäbtiz: „Sie sind in ihren jetzigen Unternehmen für unser Projekt eingetreten und haben es so erst möglich gemacht.“

„Die Universitäten müssen sich in Zukunft einem verschärften Wettbewerb stellen und gleichzeitig mit weniger öffentlichen Mitteln auskommen“, sagt Koschmieder. Daher werde es immer wichtiger, auch Alumni- Netzwerke zu nutzen. Mit ihnen
stehe beispielsweise ein großer Pool an Referenten zur Verfügung, die mit der Fakultät vertraut sind. Umgekehrt können die Ehemaligen exklusiv von aktuellen Forschungsergebnissen profitieren. Über persönliche Kontakte lassen sich Praktikumsstellen
und Einstiegspositionen leichter finden. „So ergeben sich per Handschlag Möglichkeiten für den Karrierestart“, sagt Koschmieder.

„Das Jahrbuch wird nun an rund 400 attraktive Unternehmen und Institutionen versandt“, erklärt Oroszi. Für Vereinsmitglieder und Sponsoren ist es auch online verfügbar. So können neben den Noten der Absolventen auch deren Kontaktdaten direkt eingesehen werden, die sonst beim Verein − Tel. (03641) 943006 − erfragt werden müssen.

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