Einweihung Ehrentafel Paul Hermberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ist sehr erfreut, Sie zur 
Einweihung einer Ehrentafel für den Wirtschaftswissenschaftler Paul 
Hermberg einzuladen.

Eine kurze Veranstaltung hierzu findet am Donnerstag, 07. September 
2017, um 10.00 Uhr, Foyer, Carl-Zeiss-Straße 3 statt.
Alle Interessenten sind sehr herzlich eingeladen.

Paul Hermberg (1888-1969) gehörte zu den angesehenen Statistikern des 
20. Jahrhunderts. Er studierte Geschichte, Germanistik, Philosophie 
und Staatswissenschaften in München und Kiel (Promotion 1931; 
Habilitation 1921). Hermberg trat 1919 der SPD bei. Zum 1. April 1929 
wurde Hermberg auf einen Lehrstuhl für Statistik der Thüringischen 
Landesuniversität Jena berufen. In seiner Jenaer Zeit verfasste 
Hermberg vor allem Arbeiten zur Konjunkturtheorie, zur Statistik und 
allgemeinen Wirtschaftsordnung. Bereits 1933 schied Hermberg aus dem 
Lehrkörper der Universität aus. Als die Landesregierung im März 1933 
von allen Universitäts-angehörigen verlangte, aus „marxistischen und 
pazifistischen Organisationen“ auszutreten bzw. schriftlich ihre 
Nichtzugehörigkeit zu erklären, verweigerte nur ein Angehöriger der 
Universität diese Erklärung – Paul Hermberg. Hermberg schrieb dem 
Rektor am 25. März 1933 nicht nur, dass er diese Erklärung nicht 
abgebe, sondern teilte ihm auch mit, dass er als Hochschullehrer 
moralisch verpflichtet sei, zu seinen Überzeugungen zu stehen und er 
deshalb den vom „Staatsministerium geforderten Austritt aus der 
Sozialdemokratischen Partei“ nicht vollziehen könne. Daraufhin wurde 
er aus dem Dienst entlassen. Hermberg emigrierte 1936 nach Kolumbien, 
wo er als Wirtschaftsberater der Regierung tätig war. 1939 ging er in 
die USA, wo er ebenfalls die Regierung in Wirtschaftsfragen beriet. 
Nach 1945 war er maßgeblich an der Durchführung des Marshall-Plans 
beteiligt. Mitte der 50er Jahre wirkte er als Honorarprofessor an der 
FU Berlin, kehrte aber 1959 in die USA zurück, wo er bis zu seinem 
Tode in Berkeley lebte.

Mit freundlichen Grüßen
Silke Übelmesser
Prodekanin der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät